Lang herbei gesehnt, jetzt sind wir endlich da – im wunderschönen Graal Müritz. Voll bepackt gings mit dem blauen Flitzer an die Ostsee. Etwas Anfangsschwierigkeiten mussten wir auf der Hinfahrt überwinden, als vor uns auf der Autobahn die gelben Blinklichter angingen. So hieß es dann warten. Und warten. Und warten. Nach zwei Stunden (!) konnten wir die Reise endlich fortsetzen.
Bei traumhaftem Sonnenschein eröffneten wir unseren Urlaub und testeten gleich den Strand und das Wasser. Nun gut, ich testete und Mama glaubte. Mit dem Sandbuddeln hatte Mama, meiner Meinung nach, irgendwas verkehrt verstanden. Ich nahm´s mit Humor.
Wie jedes kleine Kind bin auch ich ein Verfechter von Rummel, Jahrmärkten, Volksfesten oder wie auch immer es noch genannt wird. Mama versprach mir, das wir bald mal zum Feuerwerk gehen werden – bis jetzt hatte ich Silvester verschlafen, konnte also nichts damit anfangen, wollte aber trotzdem unbedingt hin. Und so machten wir uns am Mittwoch auf den Weg zum „Gierschdorfer Schissn“, auch bekannt als größtes Volksfest in der Oberlausitz.
So viele bunte Lichter, tolle Karussells und Losbuden auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen. Das erste Kinderkarussell was meine Äuglein wahrnahmen, musste gleich gefahren werden. Und das Zweite und das Dritte auch Als ich mit dem BreakDance losdüsen wollte, machte mir Mama einen Strich durch die Rechnung – ich wäre noch zu klein, sagte Sie.
Auch der Luftballonstand tat´s mir an, so dass der liebe Sponge Bob an meinem Arm mit uns nach Hause kam. Mama überraschte es sehr, wie lange ich durchhielt. Sie wollte den Heimweg bereits antreten, aber ich hatte mich doch so auf das Feuerwerk gefreut! Also blieben wir dann doch bis zum krönenden Abschluß. Meine Kinderaugen wurden immer größer, als die ersten bunten Lichter hell am Himmel aufleuchteten.
„Die sehen aus wie Blumen“, habe ich zu Mama gesagt.
Nun wurde es Zeit für´s Bettchen. Mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns auf den Weg nach Hause. Und schliefen wie die Murmeltiere.
Noch nicht mal richtig die Augen offen, es wird kurz nach 7 Uhr gewesen sein, quetschte ich die Oma schon aus, ob die Mama schon da sei. Immerhin hatte sie versprochen, mich Sonntag Morgen ganz zeitig abzuholen. Ein wenig gedulden musste ich mich dann noch, bis der blaue Flitzer vorfuhr. Bei strahlend schönem Sonnenschein ärgerte es mich ein wenig, das ich einen Mittagsschlaf machen musste, den ich mit kleinen Widerworten aber doch antrat. Viel lieber hätte ich noch rumgealbert. Das haben wir bei unserem Nachmittagsspaziergang gleich nachgeholt. Voller Stolz habe ich der Mama die Ziegen gezeigt, die wir immer im Kindergarten füttern. Mama war überrascht, das ich den Weg ganz alleine gefunden habe. „Schaf!“, „Schaf!“, „Schaf komm her!“, habe ich gerufen, damit ich es füttern konnte. Ob ich über Mamas Hinweis, das das Schaf nicht käme weil es eine Ziege sei, dankbar war, glaub ich nicht ganz. Denn auch als ich nach der Ziege rief, hörten sie nicht auf mich. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich noch ein wenig dort bleiben können, das Flugzeugspiel entschädigte den Heimweg. Sowie der Kikeriki, den wir beobachteten. Wie ein Springball hüpfte ich Mama´s Hand nach Hause.